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PROGRAMM

 

Thursday, 23.01.2014, at 9.00 pm (12,-/14,-€)
Lubomyr Melnyk (CA)
Julia Kent (USA)
Witxes (FR)

Friday, 24.01.2014, at 9.00 pm (13,-/15,-)
Poppy Ackroyd (UK)
Ensemble 0 – (BE/FR)
bvdub (USA/CN)

Saturday, 25.01.2014, at 9.00 pm (13,-/15,-)
Rauelsson (ES) & strings
Samuli Kosminen (FI)
HAUSCHKA (DE)

Sunday, 26.01.2014, at 7.00 pm (13,-/15,-)
Carlos Cipa (DE)
Chantal Acda & Band (BE)
Rafael Anton Irisarri (USA)

Video (all day):
Lillevan (DE)

 

Bereits zum Eröffnungskonzert am Donnerstag hat die New Yorkerin Julia Kent ihr Cello dabei während der vielversprechende Franzose Witxes ein rein elektronisches Ambientset präsentiert. Zum Ende des Abends lässt Lubomyr Melnyk dann seine unglaubliche „continuous music“  im Kirchenraum erklingen.

Der Freitag zelebriert Experimentalmusik der Gegenwart. Den Anfang macht das Ensemble 0 um den Belgier Sylvain Chauveau mit Gitarre und Glockenspiel, bei dem die Kirche als Resonanzkörper dient. Die begnadete Pianistin Poppy Ackroyd aus London spielt Tracks, die zwischen Technobeats, Elektronik und Neo-Klassik hin und her pendeln. Als Vorzeige-Künstlerin des Denovali – Labels gilt sie als eine der vielversprechendsten Neuentdeckungen an Klavier und Violine. Der in China lebende Amerikaner bvdub, Urgestein des Ambient und Kompakt-Label-Artist, wird den Freitagabend mit elektronisch, zarter Melancholie und sphärischem Hall beenden. Man könnte es auch Meditation nennen.

Der Festivalsamstag überzeugt durch farbenreiche Virtuosität. Der Spanier Rauelsson, bürgerlich Raúl Pastor Medall, der zusammen mit Peter Broderick für das Hush Label produzierte, zeichnet auf seinem neuen Album Voraeine sehnsüchtige Landschaft. Die Presse bezeichnete seine Musik als „überaus atmosphärische Klanglandschaft, die von kleinen angedeuteten Piano-Melodien über breit arrangierte Orchesterpassagen, pluckernden Synthiebeats und schmeichelnden Streichern bis hin zu sphärischen Soundscapes illustriert wird“. Zur Zeit tourt er durch Europa und füllt Konzerthallen ebenso wie der Piano-Papst HAUSCHKA alias Volker Bertelmann. Er gewann im letzten Jahr den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Filmmusik (für den Film GLÜCK) und wird mit Samuli Kosminen, dem Drummer der Band Múm, für filmreifen Piano-Techno am Samstag sorgen.

Die Ambient-Koryphäe aus Seattle, Rafael Anton Irisarri, führt am letzten Festivalabend die erste Auftragskomposition des Ambientfestivals auf. Dazu sammelt er in den Tagen zuvor bei einem Workshops den Sound der Stadt. Zwischen Rhein, Altstadt, Kirchenglocken und Bahngeräuschen erstellt er eine – zugegeben: sehr subjektive – akustische Landkarte der Domstadt. Irisarri, der sich mit elektronischen Klangerzeugern in einer immensen Flut von Pop, Techno und Klassik zurechtfindet, bearbeitet die fieldrecordings im Studio und führt sie am Festivalsonntag in der Kirche auf. Wir wird gespannt! Genauso wie auf Chantal Acda, die belgische Singer/Songwriterin und Stimme von SLEEPING-DOG. Sie spielt auf ihrem Solo Album  „Let Your Hands Be My Guide“ intime Balladen, die durch ihre engelsgleiche Stimme und reduzierten Orchesterpassagen Klangfarben erzeugen wie ein Gemälde von Caspar David Friedrich: Sehnsucht in grün Tiefgrün und Ockergelb. Beendet wird das 9. Ambientfestival mit einer Annäherung an ERIC SATIE und CLAUDE DEBUSSY des 22jährigen Pianisten Carlos Cipa. Die Presse lobt das gefühlvolle Spiel Cipas, „der sich zwischen Ruhe und Dramatik hin und her bewegt, als wäre es eine Leichtigkeit. Dabei versteht er es, die Grenzen von Melancholie zu Wehleidigkeit nicht zu überschreiten; ist opulent, ohne in Bombast zu ersaufen und vermeidet allzu ausladende Schlenker Richtung Pathos.“

Die Videoprojektionen werden an allen Tagen vom Berliner Lillevan beigesteuert. Er reist im Auftrag des Goethe-Institutes um die Welt und ist künstlerischer Leiter für Video/Performance des Glacier Music Festival, Central Asia. In St. Aposteln nutzt er die frühgotischen Kirchenwände als Projektionsfläche.