iA


FESTIVAL

FESTIVAL

GAUDIUM ET SPES – Freude und Hoffnung. Um „Freude an der Musik“ und „Hoffnung auf eine bessere Zukunft“ bewegt sich das Programm von E’DE COLOGNE’s 7. Ambientfestival. Denn an der Schnittstelle von Ambient, Techno und Contemporary Classic sucht das Festival nach dem mystischen Element in der Jetztmusik. Und findet es in der Kombination aus elektronischer Musik und zeitge-nössischer Klassik, die sich seit langem für sphärische Raumerkundungen in St. Aposteln bewährt hat. Eine Erweiterung gibt’s 2012 mit dem Symposium „Die Transzendenz in der Musik“ sowie einer technoiden Festivalparty am Samstag. Ein Festival, das Genregrenzen sprengt, neue Türen öffnet und alte Hörgewohnheiten überwindet.

Das Eröffnungskonzert am Donnerstag beginnt wie gewohnt elektronisch. Eingeladen sind der Ambientstar des Kompaktlabels Markus Güntner und Simon Scott, der „Elektroakustische Soundscapes“  für die BBC kompo-niert. DJ Geo eröffnet den Abend mit einem düster-schönen Ambient-Set.

Der Freitag zelebriert mit dem Titel „Freude” zeitgenössiche Experimentalmusik. Nach einem Intro des Radiomoderators Klaus Fiehe an den Plattenspielern wird der Franzose Sylvain Chauveau sein Projekt 0 (Zero) mit Akustikgitarre, E- Bows und Glockenspiel vorstellen – melancholisch, mystisch, meditativ. Der Virtuose Greg Haines hingegen hat seinen Laptop im Gepäck und spielt den Konzertflügel. Haines’ Musik zwischen Minimal, Klassik und Musik Concréte ist eine Herausforderung für den romanischen Klangkörper von St. Aposteln. Und eine Freude, natürlich!

Am Festivalsamstag wird „SPES“ groß geschrieben. Denn an der Hoffnung auf eine bessere Zukunft arbeiten an diesem Abend der Berliner Klaviervirtuose Nils Frahm und der Sänger Peter Broderick. Kompakts Ambient-veteran Jörg Burger beginn den Abend mit einem Live-Set, bevor Frahm sein neues Album ‘Felt’ vorstellt. „Positivistische und hoffnungsdurchwachsene Klavierkompositionen … wie Staub im Sonnenlicht” rezensierte ein Kritiker dazu. Sänger Peter Broderick erinnert an Elliot Smith in seinen ruhigsten Momenten. An diesem Abend begleitet er Frahms Klaviermusik mit seiner wunderschön-melancholischen Stimme – wie ein Vogel, der nur einmal singt, um dann zu sterben. Hoffnungsvoll.

Das Abschlußkonzert am Sonntag beginnt transzendent/göttlich. Als Opener spielt am Konzertflügel der Kanadier Lubomyr Melnyk – Soundkünstler und Mystiker in einer Person. Seine „continuous music” beruht auf einer physisch/mentalen Methode, Töne und Notenabfolgen in einer unglaublichen Schnelligkeit und Dauer zu spielen, die schwindelerregend ist. Volker Bertelmann alias Hauschka folgt ihm nicht weniger aufregend. Mit präpariertem Klavier hämmert er glockenklaren Minimaltechno durch das Kirchenschiff, der im Duo mit Melnyk zu einer „Symphonie pathètique” verschmilzt. Beenden wird das Raum/Klangerlebnis das ensemble son-et-lumière mit Orgel, Pauke und Trompete. Musik für eine bessere Welt!